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Geschichte des Finanzamtes Königs Wusterhausen

Finanzamt Königs Wusterhausen Außenansicht

1920 wurde das Finanzamt erstmals gegründet

In 1905 war Königs Wusterhausen ein Flecken an der Notte und unweit der Dahme. Es gehörte zum Kreis Teltow, dessen Landratsamt und dem Hauptsteueramt sich in Berlin befanden. In Preußen spielte unter den direkten Abgaben die Einkommensteuer eine immer wichtigere Rolle. In den größeren Städten und den dort verwalteten Landkreisen wurde die Einkommensteuer als kommunale Steuer erhoben.

Mit der Finanzreform von 1919 und 1920, die von dem Reichsfinanzminister Matthias Erzberger durchgeführt worden ist, wurden erstmals Finanzämter gegründet, deren Finanzamtsbezirke durchschnittlich 80.000 Einwohner umfassten.

Für die Provinz Brandenburg war als Mittelbehörde das Landesfinanzamt Brandenburg mit Sitz in Berlin zuständig, dem 38 Finanzämter unterstanden. Die Finanzämter bestanden zunächst nur aus zwei Abteilungen: die Veranlagungsabteilung mit Dienststellen für die Außentätigkeit und die Finanzkasse mit der Vollstreckungsstelle. Zur Mitwirkung bei der Veranlagung der Einkommen- und Vermögenssteuer wurde bei jedem Finanzamt ein Steuerausschuss gebildet, den Laien unter dem Vorsitz eines Finanzbeamten bildeten. Ein Gemeindebeamter konnte an den Sitzungen mit beratender Stimme teilnehmen.

Als Außenstellen wurden nach und nach der Buch- und Betriebsprüfungsdienst und der Fahndungsdienst ausgebaut, wobei die Prüfungen der Großbetriebe besonderen Stellen für mehrere Finanzamtsbezirke übertragen wurden. Für bestimmte Wirtschaftszweige gab es besonders ausgebildete Branchenprüfer.

Für die Stadt Königs Wusterhausen war das Finanzamt des Kreises Teltow zuständig, welches seinen Sitz in Berlin-Charlottenburg hatte. Der Landkreis Teltow bestand als preußisch-deutscher Landkreis in der Zeit zwischen 1816 und 1952.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das Finanzamt umziehen

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt. Mit der Einrichtung der Besatzungszonen nach dem 2. Weltkrieg musste das Finanzamt für den Kreis Teltow nach Mahlow umziehen.  Am 23. Juli 1952 wurde der Landkreis Teltow aufgelöst. Das Kreisgebiet wurde zwischen den neu gebildeten Kreisen Königs Wusterhausen und Zossen aufgeteilt, ein kleiner Teil um die Stadt Teltow wurde dem Landkreis Potsdam zugeordnet. Mit der Kreisgebietsreform wurden auch die Finanzämter aufgelöst und die Verwaltung und Festsetzung der Steuern den Landratsämtern, Rat des Kreises, Abteilung Finanzen, übertragen.

In Königs Wusterhausen zog die Abteilung Finanzen in die erste Baracke auf der rechten Seite des Weges am Kreisgericht gegenüber dem Amtsgericht ein. Der Aufenthalt währte zum Glück nicht lange und es konnte ein Umzug in Teile des Schlosses und dem linken Kavaliershaus stattfinden.

Neustart nach der Wende

Zum 1. Juli 1990 wurde wieder ein Finanzamt Königs Wusterhausen mit 77 Bediensteten gegründet. Die Unterbringung erfolgte bis zum 30. Juli 1990 in den Kreisverwaltungen Königs Wusterhausen und Zossen, da das Finanzamt Königs Wusterhausen für die Kreise Königs Wusterhausen und Zossen zuständig wurde.

Am 1. August 1990 verlegte das Finanzamt seinen Sitz in das Internat des Auswärtigen Amtes in Königs Wusterhausen. Dort wurde auch die Fachhochschule der Finanzen eingerichtet, so dass das Finanzamt aus Platzgründen 1993 Nebenstellen in Wildau und Richtung Schenkendorf einrichten musste. Das Finanzamt beschäftigte jetzt bereits 188 Bedienstete und 54 Auszubildende.

Ende August 1995 erfolgte der Umzug des Finanzamtes in den Neubau Max-Werner-Straße 9 in Königs Wusterhausen und die Nebenstellen wurden aufgelöst. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf 260 Bedienstete.

Mit dem Nachvollzug der Kreisgebietsreform zum 4.Dezember 1995 wechselte die Zuständigkeit für den Altkreis Zossen zum Finanzamt Luckenwalde und das Finanzamt Königs Wusterhausen wurde für die Altkreise Lübben und Luckau und für angrenzende Gemeinden des Landkreises Oder-Spree zuständig.